SessionBand

SessionBand

Einfache harmonische Play-alongs schreiben

 

Rezension erschienen in üben & musizieren 6/2013

 

Das kann sicher jeder Schüler und jede Schülerin bestätigen: Wenn die Lehrerin im Unterricht das Lied begleitet, das man gerade erarbeitet, dann macht das Spielen gleich nochmal so viel Spaß. Zuhause ist man dann mit seinem Melodieinstrument oder auch der Gitarre wieder alleine und die Freude am kräftigen, klangvollen Song, wie man sie im Unterricht erlebt hatte, ist vorüber. Wie schön wäre es doch, wenn man jetzt einen Begleiter oder zumindest eine Begleit- oder Play-along-CD hätte.

Eine solche ist jedoch nicht immer vorhanden. Hier schafft die App SessionBand Abhilfe. Mit SessionBand kann man als Lehrer oder Lehrerin recht rasch einfache harmonische Begleitungen zu Melodien schreiben. Zur Verfügung stehen die sieben Standard-Akkorde „maj“, „min“, „7“, „min7“, „maj7“, „sus4“ und „sus2/9“, die auf jeden Ausgangston angewendet werden können. Über eine kleine Klaviertastatur wählt man den Ausgangston (z. B. d), anschließend den gewünschten Akkord (z. B. „7“) und schon erklingt der Septakkord über d in einem hervorragenden Gitarrensound. Automatisch wird jeder gewählte Akkord für die Länge zweier Takte zu je vier Schlägen eingefügt. Mit Fingerspreizung kann man jedoch sogleich die Dauer der Akkordbegleitung verändern und z. B. auf einen halben Takt (zwei Schläge) verkürzen.

Auf diese Weise lässt sich rasch eine Melodie harmonisieren. Mittels „drag and drop“ kann man ausgewählte Abschnitte zeitsparend verdoppeln, die Loop-Funktion wiederholt das komplette Stück, so oft man will. Ein Nachteil ist, dass SessionBand nur ein Vierer-Taktschema vorgibt. Unter Missachtung der vorgegebenen Takteinteilung kann man aber auch ungerade Metren eingeben, was jedoch ein gewisses Abstraktionsvermögen erfordert.

Doch das ist noch nicht alles. Die fertige Begleitung kann in der Geschwindigkeit verändert und an das aktuelle Übe-Tempo des Schülers oder der Schülerin angepasst werden. Ebenso lässt sich das gesamte Stück auf jede beliebige Stufe transponieren. Doch der eigentliche Clou: Die Begleitung kann nun in verschiedensten Instrumentierungen und Stilen (Blues, Pop, Country, Electronic, HipHop, Rock und andere) abgespielt werden. Viele Sounds wurden professionell eingespielt: Das Klangergebnis ist beeindruckend und lässt so manche Play-along-CD hinter sich. Am Mini-Equalizer lassen sich zudem noch einzelne Instrumente separat aussteuern.

In der iPad-Version von SessionBand (für iPad: 2,69 Euro, für iPhone: 1,79 Euro) sind immerhin bereits zwanzig Sounds verfügbar, viele weitere lassen sich mittels In-App-Kauf erwerben. Die hier besprochene „Original Edition“ gibt es auch als „Jazz Edition“, „Piano Edition“ oder „Acoustic Guitar Edition“. Weitere Informationen kann man im Internet abrufen unter www.sessionbandapp.com.

Natürlich lässt sich SessionBand auch zur Unterweisung bzw. Übung in Harmonielehre nutzen, wenn die SchülerInnen ihre eigene Begleitung „komponieren“. Welcher Akkord passt wo, was funktioniert gar nicht, wodurch entsteht ein Spannungsbogen? Ist die Begleitung abgeschlossen, so lässt sie sich per e-mail (an den Schüler oder die Schülerin) versenden oder per AudioCopy (mit einem Zusatzprogramm) exportieren. Üben ohne Begleitung im Anfangsunterricht macht keinen Spaß? Mit SessionBand sollte sich dieses Problem erledigt haben.